Wenn Zuhausebleiben zum Stressfaktor wird

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Wenn Zuhausebleiben gar nicht einfach ist Wenn Zuhausebleiben gar nicht einfach ist

Home sweet Home- wenn es zu Hause mal nicht so toll läuft 

Wenn ihr nicht gerade wie Jared Leto nach zwölf Tagen Isolation aus der Wüste kommt, habt ihr es sicherlich alle mitbekommen. Seit einigen Tagen spielt sich unser Leben verstärkt in den eigenen vier Wänden ab. Bis vor einer Woche war es für uns ganz normal in die Schule oder zur Uni zu gehen, FreundInnen zu treffen oder abends einen Film im Kino anzusehen. All das ist im Moment nicht möglich und wir müssen erst mal lernen, mit dieser ungewöhnlichen Situation zurechtkommen. Während viele von uns Dinge, die zuhause liegen geblieben sind, nachholen oder endlich das spannende Buch vom letzten Jahr zu Ende lesen, fällt es anderen schwerer mit der vielen Zeit in der Wohnung oder im Haus umgehen zu können. Die Aussicht auf stundenlanges Binge-Watching der Lieblingsserie oder die eigene Oma nur per Videokonferenz sehen zu können macht viele von uns nachdenklich und lässt uns vielleicht auch mal ein bisschen ängstlich in die Zukunft blicken.

Darüber hinaus gibt es aber noch andere Gründe, warum der Aufenthalt zuhause belastend sein kann. Für manche ist das Zuhause einfach kein schöner Ort und wir sind auch nicht immer nur von liebevollen und verständnisvollen Familienmitgliedern umgeben. Das hat sich auch durch die aktuelle Krisensituation nicht verändert und wird vielleicht gerade jetzt durch die intensive, gemeinsame Zeit auf begrenztem Raum noch verstärkt.

Bei all der Diskussion ums Zuhausebleiben und wie die Zeit sinnvoll genutzt werden kann, darf ein Aspekt nicht vergessen werden: Es gibt leider auch Menschen, die kein Zuhause haben. Die trifft es momentan besonders schlimm und benötigen besondere Unterstützung.

Die große Frage ist nun, wer kann uns helfen, wenn wir uns gerade in einer stressigen Lebensphase befinden und Zuhause sich nicht „Home sweet Home“ sondern eher wie „Panic Room“ anfühlt?

Die Kolleg*innen der Jugendinfos in Wien und Vorarlberg haben eine ganze Liste von tollen und selbsterprobten Ideen erstellt, wie die Zeit zuhause kreativ und spannend gestaltet werden kann.

Hier findet ihr die Links, die euch direkt in eine neue Welt katapultieren, ohne das Wohnzimmer verlassen zu müssen: WienXtra jugendinfo: https://www.wienxtra.at/jugendinfo/topic-seiten/corona-virus-covid-19/stayathome-tipps/ und aha Jugendinfo Vorarlberg hat einen Bericht von Youth Reporterin Yvonne Waldner: http://www.ahamomente.at/stayhome-aber-was-tun-dort.

Wenn diese Tipps euch noch nicht völlig überzeugt haben gibt es natürlich noch mehr Hilfe für zuhause.

Es gibt sehr viele tolle Unterstützungsmöglichkeiten, die Hilfe direkt nach Hause liefern und dort sind, wo du bist.

Das sind zum Beispiel telefonische Hilfs-Hotlines:

Gerade für Jugendliche ist Rat auf Draht unter der Telefonnummer 147 eine tolle Möglichkeit, jederzeit, kostenlos und anonym Fragen stellen zu können und sich beraten zu lassen. In akuten Fällen, dass heißt, wenn du dich zuhause nicht sicher fühlst oder Angst vor Familienmitgliedern hast, hol dir bitte ganz dringend Hilfe. Die Polizei ist unter 133 per Telefon und per SMS unter 0800 133 133 für dich da.

Viele Jugendzentren bieten derzeit auch telefonische Erreichbarkeiten an und haben ein offenes Ohr für deine Sorgen oder wenn du einfach ein bisschen plaudern möchtest.

Der Dachverband der Österreichischen PsychologInnen hat eine eigene Hotline unter 01/504 8000 https://www.boep.or.at/psychologische-behandlung/helpline. Aktuell wurden die Beratungszeiten ausgeweitet! Darüber hinaus gibt es hier auch ein ausführliches Infoblatt darüber, wie wir mit häuslicher Isolation und möglichen Ängsten gut umgehen können: https://www.boep.or.at/download/5e70a6b23c15c85df5000007/20160317_COVID-19_Informationsblatt.PDF?fbclid=IwAR2yNWaj-2KeBhglPwJC6NJGAg9oicklChBVRitnzNxG67JjeX1wajqKYFo. Hier findest du auch Informationen darüber, was du im Falle von häuslicher Gewalt machen kannst.

Wenn du derzeit kein sicheres Zuhause oder überhaupt kein Zuhause hast und minderjährig bist, ist die Kinder- und Jugendhilfe für dich zuständig. Hier findest du eine Liste aller Stellen in ganz Niederösterreich: http://www.noe.gv.at/noe/Alle_Bezirke_Niederoesterreichs.html

Wenn du über 18 Jahre alt bist und derzeit keine Unterkunft hast gibt es hier eine Liste mit Anlaufstellen: https://sozialinfo.noe.gv.at/content/de/9/SearchResults.do?keyword=Wohnen+f%C3%BCr+obdachlose+Menschen. Die Öffnungszeiten und Zugangsrichtlinien können durch die aktuelle Situation verändert sein. Du kannst dich gerne an uns wenden und wir schauen gemeinsam, welche Einrichtung dich unterstützen kann.

Wir wünschen dir viel Kraft für die nächste Zeit und hoffen, dass du gut durch diese turbulenten Zeiten kommst. Wir sind weiterhin für all deine Fragen da - du erreichst uns per Mail und unter Bekanntgabe deiner Telefonnummer rufen wir dich auch gerne zurück!

 

Alles Liebe,

das Team der Jugend:info NÖ