Ist die E-Mobilität der Standard von morgen?

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Es ist nicht zu übersehen: E-Autos und vor allem E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Laut einer Statistik von AustriaTech (Stichtag 30.5.2018) sind im Vergleich zum Vorjahr die Neuzulassungen von rein elektrisch betriebenen PKW’s um 42 % gestiegen, bei den Plug-In-Hybriden betrug die Steigerung 39%.

Auch wenn der Anteil der Elektrofahrzeuge in Relation zu allen PKW-Neuzulassungen im Jahr 2017 erst 2,02% ausmacht, kann man davon ausgehen, dass gegen Ende des nächsten Jahrzehntes nur noch E-Fahrzeuge verkauft werden. Die österreichische Wirtschaft erkennt den Trend und investiert zunehmend in zukunftsweisende Technologien. So schreitet auch der Ausbau des Schnellladenetzes zügig voran.
Bei den E-Bikes kann man bereits von einem Höhenflug sprechen. 2017 machten die E-Bikes 29,1 Prozent des gesamtem Fahrradmarktes aus.

Auch die Niederösterreichische Versicherung setzt auf E-Mobilität. Als Pionier für diese neue Sparte haben wir Versicherungsexperten Matthias Halmenschlager zum Thema E-Mobilität befragt.

Redaktion: Was sind die Vorteile von E-Autos und welche Bedenken gibt es?
Halmenschlager: Allen voran ist der Wirkungsgrad von Elektromotoren beeindruckend. Beim Elektroauto werden 90% der eingespeisten Energien in Fahrleistung umgewandelt, während beim herkömmlichen Verbrennungsmotor der Wirkungsgrad lediglich bei 30 % liegt.
Auch aus ökologischer Sicht ist der Betrieb von Elektroautos ein Gewinn: Die Umweltbelastung durch CO2 fällt weg. In Bilder gesprochen: 50.000 Elektroautos können durch 16 Windräder betrieben werden. Dadurch werden 32.000 Liter Erdöl eingespart. Was noch für Elektroautos spricht: Keine Geruchsbelästigung und eine vernachlässigbare Lärmbelästigung, denn zu hören bekommt man nur das Abrollgeräusch der Reifen.
Bei all den Vorteilen gibt es auch Hemmschwellen: So ist die Reichweitenangst ein starkes Gegenargument. Besonders im Winter sinkt die Reichweite, da die Heizung viel Energie benötigt.

Da kann es schon einmal vorkommen, dass man vor der Entscheidung „Heizen oder Weiterfahren“ steht. Üblicherweise kann man mit einer Reichweite von 150 bis 200 km rechnen. Bei einem Tesla ist die Reichweite um einiges höher. Hier reicht ein Tank 300 bis 400 km.
Auch die Aufladegeschwindigkeit sorgt immer wieder für Diskussionen. Immerhin muss man für einen ¾-Tank etwa 20 bis 30 Minuten rechnen. Ebenso hält der hohe Anschaffungspreis so manchen Interessierten vom Kaufen ab. Was dabei oft nicht beachtet wird, sind die niedrigen laufenden Kosten, die langfristig den höheren Kaufpreis wettmachen. Einmal Volltanken kostet etwa € 5,-. Ein Betrag, von dem man bei den Benzin- und Dieselzapfsäulen nur träumen kann. Nicht zuletzt sei der Wegfall der Motorsteuer erwähnt. Über die Jahre ergibt das schon einen ansehnlichen Sparbetrag.

Redaktion: Der Tesla ist bereits zu einem Kult-Auto geworden. Was fasziniert die Kunden daran?
Halmenschlager: Tesla profitiert sicherlich von seinem Technikvorsprung. Was mich persönlich fasziniert ist das autonome Fahren. Dabei müssen die Hände am Lenkrad bleiben, damit der Fahrer jederzeit eingreifen kann. Ansonst ist nichts zu tun, das Auto fährt selbständig. Natürlich verleiht auch die unglaubliche Beschleunigung ein ganz besonderes Fahrgefühl. Von 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden lässt Sportwagenfeeling aufkommen.

Redaktion: Wann glauben Sie, haben die E-Autos die konventionellen PKW’s überholt?
Halmenschlager: Ich gehe davon aus, dass es im Jahr 2030 mehr Elektroautos auf den Straßen geben wird als Autos mit Verbrennungsmotoren. Da sind noch immerhin mehr als 10 Jahre Zeit, um die Batterieforschung voranzutreiben. Derzeit stellen die Batterien die größte Hemmschwelle dar, ein Elektroauto anzuschaffen. Ziel der Forschung ist es, die Kapazitäten der Batterien zu erhöhen, um die Reichweite mindestens zu verdoppeln, die Aufladegeschwindigkeit zu halbieren und die Lebensdauer der Batterien zu steigern.

Redaktion: Welche Versicherungsprodukte gibt es für E-Mobilität?
Halmenschlager: Egal ob Verbrennungsmotor oder Batterie: Haftpflicht- und Kaskoversicherungen sind gleich konzipiert. Die Prämien für Elektroautos sind allerdings deutlich geringer. Dieser sogenannte Elektroautorabatt macht 50 % der herkömmlichen Prämie aus. Umweltfreundliches Fahren zahlt sich somit aus.
Bei E-Bikes ist die größte Sorge der Fahrraddiebstahl. Als einer der wenigen Versicherungen ermöglicht die Niederösterreichische Versicherung Schutz für Fahrräder unabhängig vom Ort. Voraussetzung ist allerdings, dass das Fahrrad versperrt und in Österreich abgestellt wird. Für EMopeds, die aufgrund der Motorisierung ein behördliches Kennzeichen tragen müssen, ist im Rahmen der Haushaltsversicherung kein Versicherungsschutz gegeben. Möchte man sich gegen Diebstahl absichern, kann eine Kaskoversicherung abgeschlossen werden.

Für den Inhalt verantwortlich: Niederösterreichische Versicherung AG, Neue Herrengasse 10, 3100 St. Pölten

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