RAUS AUS DEM WINTERSCHLAF
Langsam aber sicher nähern wir uns endlich dem
Frühling. Diese Jahreszeit bringt stets eine
besondere Stimmung mit sich und macht die
Menschen um uns herum fröhlich und
unbeschwert.
Sobald das Thermometer über 15 Grad klettert, sind die
ersten Cafétische im Freien aufgestellt und wir genießen
unser Leben in vollen Zügen. Doch was steckt hinter
diesem Phänomen und warum macht uns diese Jahreszeit so glücklich? In diesem Artikel versuchen wir aufzudecken, was hinter den Frühlingsgefühlen steckt und wie wir deren größten Feind – die Frühjahrsmüdigkeit – bekämpfen können.
Zunächst wollen wir uns ansehen, ob es eine logische Erklärung dafür gibt, dass wir im Frühling einfach so gut gelaunt sind. Fakt ist, dass er eine Zeit des Wandels ist. So zeigt sich bespielsweise das Wetter von einer anderen Seite: Statt niedrigen Temperaturen, Wind und Nebel, sind nun angenehme Wärme und zunehmender Sonnenschein angesagt. Diese Veränderung bewirkt bei uns Menschen das Bedürfnis nach Erneuerung. Wir legen nicht nur einige Kleiderschichten ab, sondern sind auch bereit für etwas Neues. Wir suchen vermehrt soziale Kontakte, verbringen mehr Zeit im Freien und nehmen dabei Dinge wie Vogelgezwitscher wieder ganz anders wahr. In dieser Stimmung fällt es uns leichter uns zu verändern, neue Projekte in Angriff zu nehmen oder auch uns zu verlieben.
Eine ganz wesentliche Rolle bei diesen Prozessen spielt das zunehmende Sonnenlicht. In unseren Augen befinden sich Rezeptoren, welche die Informationen über die Lichtmenge in unser Gehirn weitergeben. Mehr Licht bewirkt, dass unser Körper weniger Melatonin produziert und somit unsere Müdigkeit reduziert wird. Gleichzeitig steigt die Produktion von Stoffen wie beispielsweise Serotonin, die uns aktiv und fit werden lassen. Dadurch werden depressive Verstimmungen, die im Winter häufig auftreten können, stark verbessert. (1)
Der menschliche Geruchssinn liefert eine weitere Erklärung für dieses Phänomen. Im Frühling gelangen bestimmte Duftstoffe aus der Natur in unser limbisches System im Gehirn. Dort sind unter anderem Erinnerungen aber auch Emotionen gespeichert, die wir mit bestimmten Gerüchen verbinden. Wir können den Frühlingsbeginn also riechen und rufen unbewusst sofort positive Erinnerungen an den letzten Frühling ab. (2)
Schön langsam wird in uns auch das Bedürfnis sich zu verlieben und neue Kontakte zu knüpfen geweckt. Liebe und Zuwendung wirken sich extrem positiv auf unser Immunsystem und unsere Gesundheit aus. (3)
Neben den tollen Gefühlen löst der Frühling aber auch noch die Assoziation mit den Begriff der Frühjahrsmüdigkeit aus. Doch wie ist es möglich, dass wir gerade jetzt oft müde und schlapp sind? Im Frühjahr erwachen wir aus einer Art Winterschlaf und unser Organismus stellt sich von “Winter” auf “Sommer” um. Die Tage werden länger und die Nächte kürzer, was wiederum bedeutet, dass sich unser Körper auf einen neuen Tag-Nacht-Rhythmus einstellen muss.
Unser Serotoninspiegel ist noch sehr niedrig und wird erst durch genügend Tageslicht erhöht. Es dauert einige Zeit bis sich der Körper auf die neuen Aufgaben eingestellt hat. Während dieser Prozesse sind wir ziemlich ausgelaugt. Ein weiterer Grund für die Müdigkeit ist folgender: Da es jetzt länger hell ist sind wir eher geneigt, länger aufzubleiben und in Summe zu wenig Schlaf abzubekommen. Durch die steigenden Temperaturen erweitern sich unsere Blutgefäße, was wiederum einen niedrigen Blutdruck bewirkt. Deshalb fühlen wir uns oft schlapp und es dauert, bis wir uns an die neuen Wetterbedingungen gewöhnt haben. (4)
Es ist verblüffend, was unser Körper alles leisten muss und bei genauerer Betrachtung stehen Frühlingsgefühle und die Frühjahrsmüdigkeit nicht mehr im Widerspruch. Wir wollen dich natürlich nicht nur mit theoretischem Wissen in diese Jahreszeit entlassen, sondern haben, wie immer, einige Tipps um fit und voller Tatendrang durchzustarten:
Wie bereits erwähnt liegt der Schlüssel zum Frühjahrsglück im Sonnenlicht. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass wir dir zur Bewegung im Freien raten. Ganz nebenbei wird dadurch dein Kreislauf angekurbelt und dein Körper mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. Wer nicht gleich mit einem ausgefeilten Sportprogramm beginnen möchte, tut seinem Körper und seiner Seele auch beim Cafébesuch im Freien etwas Gutes.
Wenn die Müdigkeit auch mit genügend Sonnenlicht nicht zu bekämpfen ist, kann ein kleines Mittagsschläfchen helfen. Aber Vorsicht: nicht länger als 30 Minuten da sonst die Melatoninproduktion wieder in Gang kommt.
Tja, so gut informiert steht den Frühlingsgefühlen hoffentlich nichts mehr im Wege!
Artikelbild: (c) Cathrin Kaupat / www.jugendfotos.de
Quellennachweise:
(1): www.sueddeutsche.de
(2): www.focus.de
(3): www.gesundesleben.at
(4): www.focus.de



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